Eigentlich war Apostel Jürgen Loy angekündigt, am 18. Februar 2026 den Gottesdienst in Ruit für die beiden Gemeinden Ruit und Sillenbuch zu halten. Umso größer war die Freude, als klar wurde, dass ihn Bezirksapostelhelfer Martin Rheinberger begleiten würde. Im Gottesdienst wurden aus der Gemeinde Ruit ein Glaubensbruder versiegelt und ein weiterer Bruder zum Diakon ordiniert. Viele waren gespannt auf den neuen Bezirksapostelhelfer – die Kirche war gut gefüllt, und selbst die zusätzlich aufgestellten Stühle wurden gebraucht.
Gleich zu Beginn sorgte Apostel Rheinberger für ein Schmunzeln, als er den am Altar liegenden Hinweiszettel vorlas: „Laut sprechen – deutlich sprechen – ins Mikrofon sprechen – Blickkontakt halten.“ Daraus formte er später in der Ansprache zur Ordination des jungen Diakons einen geistlichen Impuls: Deutlich sprechen heißt, mit der Sprache der Liebe zu sprechen – denn diese wird am besten verstanden. Und es bedeutet, die Themen anzusprechen, die Christus uns aufgetragen hat.
„Dein Reich komme“ – Gedanken zum Bibelwort aus Matthäus 6,10
Apostel Rheinberger erinnerte an die Situation, als die Jünger Jesus nach der Bergpredigt baten: „Herr, lehre uns beten.“ Jesu Antwort lautete: „Lernet von mir – ich bin sanftmütig.“ Sanftmut definierte der Apostel als die Haltung, eigene Macht nicht auszunutzen oder zu missbrauchen, sondern dem Mitmenschen in Liebe zu begegnen.
Das Gebet „Unser Vater“ verbindet uns als unterschiedlich geartete Menschen und schafft Gemeinschaft. Als Kinder Gottes sind wir keine Untertanen – dieses Bewusstsein verleiht unserem Gebet Tiefe und Vertrauen.
Apostel Rheinberger zeigte drei Dimensionen des Gebets „Dein Reich komme“ auf:
Was lieben wir an unserem Glauben?
Apostel Loy stellte in seinem Predigtbeitrag die Frage, was wir an unserem Glauben besonders schätzen. Seine Antwort: Wir lieben, dass Jesus uns nicht vorlädt, sondern einlädt – die Mühseligen und Beladenen. Er will uns erquicken und stärken.
Auf Augenhöhe
Ein besonderer Moment war die Versiegelung unseres Glaubensbruders. Da längeres Stehen gesundheitlich nicht möglich war, setzte sich Apostel Rheinberger während seiner Ansprache auf einen Stuhl – ein Zeichen echter Nähe und Natürlichkeit.
Bezugnehmend auf den Chorbeitrag „Ich bete an die Macht der Liebe“ versprach er, dass Gott nicht alle Steine aus unserem Lebensweg räumt, uns aber seine Vaterliebe spüren lässt. Durch den Heiligen Geist schenkt er die Kraft, als neuer Mensch in der Liebe tätig zu werden.
Gemeinschaft, die trägt
Die kleine, aber großartige Gemeinde hatte für diesen besonderen Gottesdienst viel vorbereitet: Das Gemeindeorchester und der gemischte Chor aus beiden Gemeinden gestalteten die Musik. Nach dem Gottesdienst wurden alle Besucher bei einem lebhaften Umtrunk mit kleinen Köstlichkeiten verwöhnt – ein schöner Ausdruck gelebter Gemeinschaft.