Am Sonntag, 16 Februar 2025, fand der letzte Gottesdienst der neuapostolischen Kirchengemeinde Stuttgart-Feuerbach in ihrem Kirchengebäude in Feuerbach, Klagenfurter Str. 26, statt. Vor über 70 Jahren, am 21. August 1954, wurde das Kirchengebäude für die damals 400 Gemeindemitglieder durch den damaligen Apostel Wilhelm Jaggi eingeweiht.
In der Kirche Stuttgart-Feuerbach fanden unzählige Gottesdienste, Feste und Jubiläen statt, darunter das 75-jährige Bestehen der Gemeinde im Jahr 1980 sowie das 100-jährige Jubiläum im Jahr 2005. Zum letzten Gottesdienst, dem Entwidmungsgottesdienst, waren neben den aktuellen Gemeindemitgliedern auch ehemalige Mitglieder sowie die Gemeinde Stuttgart-Weilimdorf eingeladen.
Bischof Mathias Grauer sprach zunächst über die Zusammenlegung der beiden Gemeinden und betonte, dass schöne Erfahrungen mit Gott auch weiterhin möglich seien. Die Gegenwart Gottes sei nicht an einen bestimmten Raum gebunden, sondern unabhängig von dem Ort, den Menschen als Heimat empfinden. Dennoch könne die Komplexität solcher Entwicklungen oft Unsicherheit auslösen.
In Bezug auf das verlesene Bibelwort aus Matthäus 22, 37-40 – das Doppelgebot der Liebe – erklärte der Bischof: „Alles Große ist von einfacher Natur. Jesus Christus gibt uns in diesem Bibelwort ein einfaches Rezept.“ In der Gemeinde sei es ein besonderer Reichtum, gelebte Liebe zu erfahren. Zwar könne man sich seinen Nächsten nach eigenen Kriterien aussuchen, doch zeige Gott manchmal auf unerwartete Weise, wer dieser Nächste sei. Das persönliche Verhältnis zu Gott präge auch die Beziehung zu unseren Mitmenschen.
Priester Achim Wolf verlas anschließend eine Kurzchronik der Gemeinde und stellte den Neuanfang unter das Motto „Feuer im Dorf“. In seiner Predigt sprach er über die gemischten Gefühle an diesem Tag, stellte jedoch auch die Frage: „Was kann Gott bewirken, wenn die Haltung des Gläubigen zu Gott nicht stimmt?“ Er ermutigte die Gemeinde, sich für neue Erlebnisse mit Gott zu öffnen, und freute sich auf die gemeinsame Zukunft in der neuen, größeren Gemeinde in Weilimdorf.
Ein besonderer Moment des Gottesdienstes war die Ruhesetzung von Diakon Gerd Grimmeisen. Der gebürtige „Feuerbächer“ hatte 18 Jahre lang als Seelsorger gedient, war Sonntagsschullehrer, Organisator einer „schnellen Eingreiftruppe“ in der Gemeinde und technischer Helfer am Kirchengebäude. Bezirksältester Michael Dinkelacker und Bischof Grauer dankten ihm herzlich für sein offenes Ohr, seine Zuverlässigkeit und seine hingebungsvolle Seelsorge.
Im weiteren Verlauf wurde Priester Achim Wolf von seiner Aufgabe als Vorsteher entbunden. Der Bischof würdigte seine 18-jährige engagierte Leitung der Gemeinde und hob hervor, dass er stets mit Gott an seiner Seite gewirkt habe. Trotz seines Pensionsalters werde er den Zusammenführungsprozess weiterhin als aktiver Priester in der neuen Gemeinde begleiten. Sein Vorgänger, Hirte i.R. Hans-Joachim Kientzle, überreichte ihm als kleines Dankeschön einen Frühlingsstrauß im Namen der Feuerbacher Geschwister.
Im Schlussgebet entwidmete der Bischof das Kirchengebäude. Das dreifach gesungene Amen und ein abschließendes Chorlied setzten den feierlichen Schlusspunkt. Zum Abschied wurde ein Erinnerungsfoto mit allen derzeitigen und ehemaligen „Feuerbächern“ gemacht. Anschließend gab es bei einem Gläschen Sekt noch die Möglichkeit zum Austausch von Gedanken und Erinnerungen.