Zur Andacht am Samstag, 20. Dezember 2025 um 14 Uhr kamen viele Bewohnerinnen und Bewohner - auch von Pflegekräften und unseren Glaubensgeschwistern begleitet - in den festlich geschmückten Gemeinschaftsraum.
Bekannte Kirchenlieder wurden angestimmt, denn Musik dient oft als „Brücke“ zu Menschen mit Demenz, da sie tiefe emotionale Erinnerungen weckt und Christina W. regt in ihrer Lesung an: Kerzenlicht in der Dunkelheit - ein Symbol für Hoffnung
Es ist ein Abend im Advent.
Draußen ist es dunkel. Die Straßen liegen still da, und auch im Zimmer wird es immer ruhiger. Das Licht ist aus. Alles wirkt ein bisschen schwer. Wenn es dunkel wird, fühlen sich Gedanken manchmal größer an. Erinnerungen kommen, und manchmal werden wir auch ein wenig traurig.
Da zündet jemand eine Kerze an. Nur eine kleine Kerze. Kein großes Licht. Kein helles Leuchten.
Und doch passiert etwas Wunderbares. Das Zimmer verändert sich. Die Dunkelheit ist noch da, aber sie fühlt sich nicht mehr so stark an. Das kleine Licht macht den Raum warm. Die Schatten werden weich, und man kann Gesichter erkennen.
Wenn es dunkel wird, braucht es oftmals gar kein großes Licht. Eine einzige Kerze kann schon viel verändern.
So ist es auch im Leben. Manchmal wünschen wir uns, dass alles auf einmal wieder hell wird. Dass Sorgen verschwinden. Dass Traurigkeit einfach weggeht. Dass wir sofort eine Antwort bekommen. Wir hoffen auf ein großes Licht, das alles klärt.
Aber oft kommt es anders. Dann ist es etwas Kleines. Ein freundlicher Blick. Ein Lied, das wir schon lange kennen. Oder ein Mensch, der sich zu uns setzt, nichts sagt und einfach einen Moment bleibt.
Es ist kein großes Wunder. Kein lauter Moment. Und doch verändert sich etwas. Nicht alles wird hell – aber es ist nicht mehr ganz dunkel.
Am vierten Advent erinnern wir uns daran, wie Gott zu uns kommt. Nicht laut. Nicht mächtig. Nicht mit einem Licht, das alles überstrahlt. Sondern leise. Behutsam. Still.
Wie eine kleine Kerze in der Dunkelheit. Vielleicht unscheinbar. Aber doch stark genug, um uns Hoffnung zu schenken.
Auch die Impulse in den Ansprachen unseres Gemeindevorstehers Hirte Peter Kriechbaum und seines Stellvertreters Alexander Wolff boten den Bewohnern einen Moment des Innehaltens im Heimalltag.