Erst eine Woche zuvor konnte der angekündigte Besuch des Apostels für Mittwoch, den 10. März 2021 bestätigt werden. Aufgrund des Lockdowns hatten die vorherigen Abendgottesdienste nicht stattgefunden. Umso mehr freute sich die Gemeinde, dass sie gemeinsam mit Apostel Jürgen Loy den Gottesdienst feiern konnte, der auch per Livestream übertragen wurde.
Aufmerksam lauschte der Apostel zu Beginn den Klängen des Streichorchesters: „Wie lieblich ist Zion“ (CM 443) und hieß dann alle Teilnehmer willkommen „in Gottes Stadt“.
Die Predigt basierte auf dem Bibeltext aus dem Matthäusevangelium 23, 2.3 und wurde durch die Bibellesung der Verse 1 bis 8 unterstrichen: „[Jesus] … sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen's zwar, tun's aber nicht.“
Jesus machte seinen Zuhörern am Beispiel der Pharisäer, die im antiken Judentum die theologischen und philosophischen Schriften lehrten, eines in sehr deutlichen Worten klar:
Es reicht nicht aus, Gottes Willen und seine Gebote zu kennen und zu verkündigen, sondern man muss sie erfüllen und danach leben.
Der Apostel verdeutlichte, dass sich die Kritik Jesu nicht auf die Menschen, sondern auf deren Haltung und Handeln bezog. Er stellte der Gemeinde und sich selbst die Frage: Bin ich nicht auch manchmal ein Pharisäer? Wie oft lasse ich mich zu Vorurteilen verleiten oder gar in Verschwörungsmythen verstricken? Wo ist meine Nächstenliebe in der Tat wie z.B. im Teilen, im Nachgeben oder in der Versöhnung spürbar? Jeder will anerkannt und gesehen werden, aber es geht immer um Gott, den einen wahren Meister und Lehrer.
Inspiriert durch die „Woche der Brüderlichkeit“, veranstaltet von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die in der gleichen Kalenderwoche in Stuttgart stattfand, regte der Apostel an, das Miteinander und den Dialog von Juden und Christen durch das Verbindende und Gemeinsame im Glauben zu stärken. Er erinnerte daran, dass auch Jesus Jude war.